ZIEL, HERANGEHENSWEISE UND ERGEBNISSE DES PROJEKTES

 
   

Ziel

 
   

Das Projekt zielt auf die Umsetzung der Richtlinie 98/83/EG, insbesondere auf Artikel 9 "Abweichungen". Die Idee ist, ein Raster zur Bewertung der Trinkwasserrelevanz und von Gefahren (Risiken) für alle Trinkwasserparameter bzw. Umweltchemikalien zu entwickeln und zu implementieren, um die Qualität der Trinkwasserversorgung (auch bei Grenzwertüberschreitungen) durch eine gesundheitliche Bewertung abzusichern.

 

   

Herangehensweise

 
   

Um ein oberhalb gültiger Grenzwerte kontaminiertes Wasser wieder in einen einwandfreien Zustand zu versetzen, sind unverzüglich Maßnahmen zur Abwehr zu ergreifen. Dazu muß der Handlungsspielraum bemessen werden, der dem Wasserversorger und der Behörde zur Verfügung steht, damit Abhilfemaßnahmen im optimalen Kosten/Nutzen-Verhältnis zwischen

  • Gesundheitsschutz (Risikoabwehr)
  • Ressourcenschutz (Sanierung und Vermeidung weiterer Einträge),
  • und Kostenaufwand für technische Maßnahmen (technische Sanierung)

eingeleitet werden können.

 

 

Ziel des Vorhabens ist die Unterstützung Bulgariens bei der Umsetzung der Richtlinie 98/83/EG, insbesondere in Form von Beratungen zu

  • vorübergehend duldbaren, gesundheitlich unbedenklichen Höchstkonzentrationen von Trinkwasserparametern / Umweltchemikalien im Rahmen von Maßnahme­plänen gem. Art. 9 der Richtlinie 98/83/EG,
  • inkl. der Notwendigkeit eines Sanierungsbedarfs,
  • Prioritätensetzung von Sanierungsmaßnahmen durch zeitliche Strukturierung von Maßnahmewerten,
  • Aufstellungen von Maßnahmeplänen bzw. einer priorisierenden Sanierungsliste von Trinkwasser­ver­sorgungs­anlagen in Bulgarien

um die Entscheidungsträger in die Lage zu versetzen

  • unter welchen Voraussetzungen eine Gesundheitsgefährdung als Folge der Überschreitung eines Grenzwertes zu befürchten wäre,
  • einzelne Bevölkerungsgruppen (z.B. gesunde Erwachsene, sensible Personengruppen, Kinder) bestimmten Grenzwertüberschreitungen zuzuordnen und gesundheitliche Leitwerte (LW) bzw. Maßnahmewerte (MW) für Substanzen im Trinkwasser humantoxikologisch abzuleiten, um gesundheitliche Risiken für diese Personengruppen zu vermeiden,
  • welche Sanierungs- und Vermeidungsmaßnahmen innerhalb welcher Zeiträume angemessen sind,
  • zu entscheiden, ob die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser nicht auf andere Weise sichergestellt werden müsste,

oder ob nach Gesamtbewertung dieser 4 Kriterien die Versorgung mit dem beanstandeten Trinkwasser während des Sanierungszeitraumes nicht doch weiterbetrieben werden muss.

   

Angestrebte Ergebnisse und notwendige Maßnahmen zur Erreichung der Ergebnisse

 
   

Das Vorhaben strebt folgende Ergebnisse an:

  • Qualifikation der Entscheidungsträger zur Bewertung von Grenzwert­überschreitungen und der Ableitung von gesundheitlichen Leitwerten (LW) und Maßnahmewerten (MW) von Umweltchemikalien,
  • Bewertung der Trinkwasseranalysen der öffentlichen Wasserversorgung nach diesen gesundheitlichen Kriterien,
  • Ableitung von Prioritäten bei der Feststellung des notwendigen Sanierungs- und Qualitätssicherungsbedarfs der Wasserversorgung,
  • Abschätzung des Umfangs des Sanierungsbedarfs und notwendiger Investitionen.

 

Das Projekt stellt über diese Ergebnisse parameter-spezifische Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei Grenzwertüberschreitungen zur Verfügung, um weiterführende notwendige Maßnahmen zu erkennen und zielgerichtet durchführen zu können. z.B. sollte während der Sanierung die Wasserversorgung nur dann unterbrochen werden, wenn durch die Grenzwertüberschreitung Risiken für die persönliche, häusliche und kommunale Hygienesituation geschaffen würden, die erheblicher sind als sie von der Unterbrechung zu erwarten wären.